Traunkraftwerk Weissenbach wird nicht gebaut

Unser RNT Freund und überzeugter Fischer, Bewirtschafter und Kämpfer für die Traun, Heimo Huber hat uns gestern via Whatsapp davon informiert. Ein Schreiben der Energie AG an das Amt der OÖ Landesregierung bestätigt das – und zeugt von Dialogfähigkeit, wie auch kaufmännischer Sorgfalt.

Das Kraftwerk Weißenbach, oberhalb von Lauffen, an der oberen Traun wird also nicht gebaut. Es ist dies eine wirtschaftlich getroffene Entscheidung der Energie AG: Im Verlauf der Projektentwicklung hat sich gezeigt, dass die geologischen und ökologischen Rahmenbedingungen, unter anderem die Berücksichtigung unterschiedlicher regionaler Interessen dazu geführt haben, dass der zu erwartende jährliche Energieertrag des geplanten Wasserkraftwerks wesentlich geringer aus als ursprünglich ausfällt. Gleichzeitig steigen jährlich auch die Investitionskosten, was eine betreibliche Deckung unmöglich machen würde. Dennoch werde am Hochwasserschutz in Absprache mit dem Gewässerbezirk weiter geplant.

Eine Entscheidung, vor der man Respekt haben muss und sich aber im Sinne der Tiere unter Wasser freuen kann: Es bleibt damit eine Fließstrecke in der Äschenregion der Traun erhalten, die in ihrem Lebensraum stark gefährdet ist.

Heimo Huber schreibt uns, es wäre eine Entscheidung die bei jeden Kleinkraftwerk überlegt werden sollte. Damit wäre es an der oberen Traun zwei Mal gelungen einen Kraftwerksbau abzuwenden. Das erste Mal durch eine starke Bürgerinitiative 2021 und jetzt sind es eben wirtschaftliche Gründe. Zur Erinnerung: Die Bürgerinitiative “Traunrauschen” mit Hubert von Goisern als Gallionsfigur hatte bereits 2021 einen Kraftwerksstopp ein paar Kilometer weiter erwirkt.

Nun reden wir von einer anderen Strecke, anbei die Fotos von Traun Legende Albert Pesendorfer, die das nunmehr abgesagte Projekt für euch illustrieren:

Im Titelbild seht ihr den geplanten Ort, wo bereits ein Ausleitungskraftwerk besteht.

Hier der untere Teil: hier wäre eingetieft und der Abfluss optimiert worden

Foto: Albert Pesendorfer

Diese Fließstrecke wird weiter frei und ohne Aufstauung fließen.

Das River and Nature Trust Fazit:

Wir leben im Zeitalter einer notwendigen Energiewende, bei welcher der Wasserkraft eine Schlüsselrolle zukommt. Sie muss die Hauptlast stemmen, was die zusätzlichen Terawattstunen betrifft, die unser Stromhunger braucht. Gleichzeitig können Klein- und Kleinstkraftwerke einen nur ganz geringen Anteil dazu beitragen, große Projekte, wie zB. neue Pumpspeicheranlagen oder Kraftwerke auf potenten Flüssen sind Modelle für die Zukunft. Auch dort, siehe Beispiele an der Donau oder Inn mit großzügigen Nebenstrecken für die Fischwanderung bringen beiden, nämlich Fisch und Energie einen Vorteil. Die letzten freien und stark fließenden Bäche und kleinen Flüsse müssen jedoch ein Reich der Lebewesen unter Wasser sein. Deren Überlebenskampf gegen die Prädation und andere Einflüssen ist schon hart genug.

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