Analyse Kärntens bestätigt: Ausbau der Kleinwasserkraft ist ein unnötiges Unterfangen

Das Land Kärnten ist unter den österreichischen Bundesländer jenes, das den letzten freifließenden Gewässern und deren angestammten Spezies unter Wasser echte Zukunftschancen bietet.

Das betrifft nicht nur das Management der Prädatoren (Otter und Kormoran) sondern auch das ERNEUERBAREN AUSBAU BESCHLEUNIGUNGS GESETZ, kurz EABG, das für die kleinen Flüsse Bäche eine Auslieferung an kurzfristige Geschäfte für “Wasserbarone” bedeuten würde: Nämlich ein Wegfallen von Prüfverfahren, wie es bisher sein musste, um negative ökologischen Folgen der Fließunterbrechung durch weitere Querbauten zu unterbinden.

Wenn ihr, liebe Freundinnen und Freunde der bedrohten Arten, das betrifft nicht nur die Bachforelle, sondern fast die gesamte heimische. Fischpopulation in unseren Flüssen und Seen, mehr zum EABG wissen wollt, dann lest auch den Beitrag: Wenn die Energiewende unsere Bäche zerstört.

Dort schreiben wir, dass der Beitrag der Kleinwasserkraft zum zusätzlich benötigten Strom aus Erneuerbaren unter 1% liegt, das bestätigt auch die Analyse des Landes Kärnten wortwörtlich:

Aktuelle Zahlen zeigen, dass in Kärnten 100 % der gesamten Stromerzeugung (83,1 % davon aus Wasserkraft) durch erneuerbare Energien gedeckt werden, womit Kärnten deutlich über dem Österreich-Schnitt liegt. Jedoch kann auch gerade in den Wintermonaten der Strombedarf nichtzur Gänze durch erneuerbare Energieträger abgesichert werden („Winterstromlücke“). Auf Grund der Tatsache, dass die Fließgewässer in den Wintermonaten jedoch eine ausgeprägte Niederwasserphase aufweisen und Laufwasserkraftwerke daher in dieser Zeit wenig zur Gesamterzeugung beitragen, können sie nicht die erste Wahl zur Schließung der Winterstromlücke ein.

Hingegen zeigt sich bereits jetzt in den Sommermonaten, dass (vor allem durch den verstärkten Ausbau der Photovoltaik) auf Grund des Überschusses an Strom in den Mittagsstunden, zur Erhaltung der Stromnetzstabilität einzelne Laufwasserkraftanlagen auch abgeschaltet werden müssen.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht haben Fließgewässer nicht nur die Aufgabe, die ihr innewohnende potenzielle Energie zur Verfügung zu stellen, sondern sind wesentlich für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, eine geordnete Hochwasserabfuhr, für den ungestörten Transport von Feststoffen, für die Bereitstellung von aquatischen und semiaquatischen Lebensräumen und so mit einer intakten Biodiversität und schließlich für die Erholung und touristische Aktivitäten. Zukünftig wird Österreich die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (Verordnung 2024/1991) in nationales Recht umsetzen müssen. Damit wird es erforderlich werden, dass bestehende frei fließende Gewässer erhalten werden müssen und beeinträchtigte Gewässerstrecken in Bezug auf ihre natürliche Vernetzung wiederhergestellt und künstliche Hindernisse beseitigt werden sollen.

Wasserkraft im großen Stil sichert die Versorgung der Zukunft in der Energiewende, Kleinst- und Kleinwasserkraft müssen ihre Hausübungen machen, anstatt auszubauen.

Unser Präsident Peter Schröcksnadel ist Vertreter einer heute nicht mehr gerne gehörten Meinung, nämlich, dass wir zuerst einmal mit dem Sparen von Strom beginnen sollten. Der RNT ist auch der Meinung, dass die große Wasserkraft der Hauptträger der jetzigen Versorgung und jener der Zukunft ist. Pumpspeicher zum Beispiel sind technische Lösungen, die maßgeschneidert für unsere Geo System sind. Auch hier setzt der RNT nicht auf des Nachplappern von Überschriften und PR Floskeln, sondern wir haben die Expertise im Vorstand: Wenn Sie mehr zum Thema “Was die Erneuerbaren leisten können”, wissen wolle, empfehlen wir diesen Artikel mit unserem Vizepräsidenten, Werner Steinecker, dem früheren CEO der ENERGIE AG.

Obwohl es in Österreich mehr als 4.000 Kleinwasserkraftwerke gibt, liefern sie zusammen lediglich rund 8–10 % der heimischen Stromerzeugung.

Wie oben erwähnt, wäre der Beitrag zum zusätzlichen Bedarf unter 1%, also nicht einmal marginal. aber die Anlagen sind oft Jahrzehnte alt und oft nur bedingt oder gar nicht fischfreundlich. Das muss geändert werden, eine Erleichterung zum Neubau würde zum Wildwuchs führen und das endgültige Aus für die Chancen der Fischpopulationen bedeuten.

Kärnten hat das erkannt, weil es dazu Belege gesammelt hat, nunmehr liegt es am Parlament, nachzubessern.

Foto: Andreas Weilguny auf Unsplash

Die gesamt GIS basierte Studie hier zum ansehen:

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