Eine nüchterne und professionelle Analyse durch den österreichischen Arbeiterfischereiverband zeigt auf: Die mediale Panik ist unangebracht, aber Dotierungsmaßnahmen wären notwendig, nicht nur die Diskussion darüber. Und ja: Eislaufen ist schön für uns Menschen, unter Wasser entsteht jedoch Panik.
Der Nationalpark Donauauen ist durch seine Geschichte (Hainburg, Nationalpark, Tunneldiskussion Lobau) seit Jahrzehnten ein heiß diskutierter Naturschatz. Im Februar wurden im Schönauer durch Passanten zahlreiche tote Fische entdeckt – insgesamt 9 Tonnen wurden durch den VÖAFV und die MA 49 und die Gemeinde gesammelt.
Der Blätterwald rauschte, soziale Medien überboten sich in Vermutungen und einige Organisationen machten mediales Kleingeld damit.
DI Georg Holzer, ein technisches Büro für Landschaftsplanung und Landschaftsgestaltung mit Schwerpunkt: Gewässer- und Fischökolologie legte nun den Endbericht vor, der u.a. die veterinärmedizinische Uni für die Kadaverbewertung einband. Ein Parasitenbefall ist auszuschließen.
Ebenso wurde eine chemische Gewässeranalyse gemacht, welche einen athropogenen, also durch den Mensch verursachten Grund mittels schädlicher Einleitungen ausschloss.
Die großen Fische sind schlichtweg unter der Eisdecke erstickt und möglicher Weise auch gestresst gewesen.
Großer Fisch – viele Sauerstoffbedarf. Geringer Wasserstand – wenig Sauerstoff. Dieser war schlichtweg für die große Tiere, darunter auch eingeschleppte Marmorkarpfen mit bis zu 1m Länge, zu wenig vorhanden.
Zitat DI Holzer: Diese Darstellung deckt sich auch mit der Aussage von Mag. Ulrich Purtscher, dem Verfasser der chemischen Wasseranalyse, der folgendes in seiner e-mail an den VÖAFV weiterleitete: “Offensichtlich war wohl wirklich ein zeitlich begrenztes, aber deutliches Sauerstoffdefizit im Zusammenhang mit der Störung durch die Eisläufer ausschlaggebend!“
So schön es für die Menschen ist, wenn einmal ein befahrbare Naturfläche zur Verfügung steht, was heute nur mehr alle paar Jahre passiert, so schlimm ist es für die Fische: Sie werden aus ihrer Winterruhe aufgeschreckt und flüchten vor den intensiven Geräuschen, das bei Niedrigwasser noch stärker ist. In Verbindung mit Sauerstoffmangel also eine fatale Kombination.
Zuerst forschen und denken, dann reden:
Zusammenfassend meint der RNT: Wie sich die MA49 und der österreichische Arbeiterfischereiverband verhalten haben, die auch für April eine Fischzählung ankündigen, ist ein Beispiel für korrektes Handeln: Nicht an wilden Spekulationen beteiligen, erst Fakten sammeln und dann erst sprechen.
Spannend: Was wird man in Bezug auf Dotationen tun?
Der Schluss der Bewertung von DI Holzer (der Download zur Studie liegt bei) klingt fast schon ein wenig resigniert, er weist auf das ewige Thema der Wasserzufuhr in die Au in bedrohlichen Niedrigwasserzeiten hin. Fakt ist: im ewigen “Für und Wider” sind es die Fische, die auf der Strecke blieben.
Bildquelle: Wolfgang Glock (reworked by Friedrich.Kromberg) auf Wikimedie Commons




